Der Schuh, der nicht eingelaufen werden muss.

Er war Patriot, Gentleman und Fabrikant: Elbert W. Allen, Gründervater der heute in 33 Ländern der Welt präsenten Nobelschuhmarke Allen Edmonds. Als Nachkomme des legendären Unabhängigkeitskämpfers Ethan Allen, kämpfte der junge Elbert mehr als hundert Jahre später nicht mehr gegen die Briten, sondern mit den Unzulänglichkeiten damaliger Schuhherstellung. In einem Gefängnis in Texas unterrichtete er 1914 die Insassen in der Herstellung von Schuhen, die keine Gefängnisse für die Füße sein sollten. Flexibel sollten sie sein, so wie der Fuß. Seine Vision wurde 1918 in Milwaukee Realität. Elbert W. Allen wurde Generaldirektor der dortigen Ogden Shoe Company und kurz danach Mitinhaber seiner ersten Firma. Zusammen mit seinem Partner Ralph Spiegel entwickelte er in dem kleinen Ort Belgium in Wisconsin die „Ostheo-Path-Ik“- Konstruktion, ein patentiertes Herstellungsverfahren, das dem Fuß folgte. „Der Schuh, der nicht eingelaufen werden muss.“ war erfunden und der erste Slogan des jungen Unternehmens. In 212 Arbeitsschritten wurden jetzt komfortable Herrenschuhe hergestellt, die ohne Nägel und Metallstifte auskamen und die Schuhindustrie der damaligen Zeit revolutionierten. Allens Devise: „Ich nehme das beste Leder, das man kaufen kann und die besten Handwerker, die man finden kann.“

Wie zu Allen Edmonds kam und die gemeinsame Marke entstand.

1928 schied Ralph Spiegel aus dem Unternehmen aus und ein neuer Partner stieg ein: William Edmonds, ebenfalls Schuhenthusiast und bis dahin Inhaber von Edmonds Footfitters. Die Marke Allen Edmonds war geboren. War Elbert W. Allen mehr der Schuherfinder und –macher, erwies sich sein Partner als Verkaufsgenie, der mehr und mehr Schuhhändler ganz einfach überzeugte. „Ich lasse sie die Schuhe tragen.“ Überzeugt von Komfort und Haltbarkeit der Marke Allen Edmonds war Jahrzehnte später auch die US-Armee. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg für Allen Edmonds zum größten Auftraggeber. Aus vielen, die als Soldaten Allen Edmonds Schuhe kennen und schätzen gelernt hatten, wurden später zivile Kunden, die ihrer Marke treu blieben.

Elbert W. Allen starb 1946 im Alter von 59 Jahren. Durch die aktive Mitwirkung der nächsten Generation blieb das Unternehmen Jahrzehnte in Familienbesitz.

Gestern wie morgen: bestes Leder, beste Handwerker.

1980 übernahm John Stollenwerk Allen Edmonds. Stollenwerk, Universitätsabsolvent und Verkaufstalent, hatte zuvor schon erfolgreich für die Traditionsmarke den europäischen Markt erschlossen und Allen Edmonds erstmals auf der weltgrößten Schuhmesse, der GDS in Düsseldorf präsentiert. Mit Stollenwerk zogen Globalisierung, Expansion und Zukunft in die alten roten Backsteingebäude in Belgium, Wisconsin. Im Januar 1984 zerstörte ein Großbrand die komplette Fabrik bis auf die Grundmauern. Zwei Jahre später bezog das Unternehmen neue Gebäude im nahe gelegenen Port Washington, dem heutigen Firmensitz. Auch nach fast hundert Jahren werden hier aus bestem Leder von den besten Handwerkern Schuhe hergestellt, die vom ersten Schritt an passen. Noch immer wie zu Elbert W. Allens Zeiten: in mehr als zweihundert Arbeitsschritten.